Ins Handeln kommen - Klimafolgenanpassung, ein Praxisbericht

"Ins Handeln kommen" - Konzept:
Hintergrund: Die Folgen der Klimakrise treffen den Kultursektor bereits heute spuerbar. In Zukunft werden sowohl Extremwetterereignisse haeufiger als auch schleichende Klimaveraenderungen zunehmen. Gebaeude, Ausstellungsobjekte und Außenbereiche von Museen sind ebenso wie die Menschen zunehmend betroffen.
Die Landesstelle fuer Museen startete im Rahmen ihrer Klimaschutzstrategie das Projekt „Fit fuer die Zukunft! Klimafolgenanpassungen fuer Museen“. Gemeinsam mit dem Berliner Think-Tank adelphi und das Fraunhofer-Institut fuer Bauphysik IBP unterstuetzen wir 6 Museen mit praxisnahen Arbeitsblaettern und Hilfestellungen dabei, ins Handeln zu kommen. Die Erfahrungen der Pilotmuseen fließen in einen Leitfaden ein, der ab 11.2026 kostenlos im gesamten deutschsprachigen Raum zur Verfuegung stehen wird. Der Leitfaden soll in dem geplanten Workshop auszugsweise von den Teilnehmenden getestet werden und ist ueber die Museumsszene hinaus ebenso fuer andere Kultureinrichtungen und -sparten nutzbar.
Der Workshop beinhaltet: PROLOG, STORYWALK, TRY YOURSEL, EPILOG

  1. PROLOG – Klimafolgen vorausschauend begegnen
    Wie koennen kulturelle Einrichtungen ein Verstaendnis ueber die fuer sie relevanten Klimagefahren entwickeln und auf dieser Basis den Folgen der Klimakrise praktisch und vorausschauend begegnen?
    Anhand realer Beispiele setzen wir uns mit den Folgen der Klimakrise fuer Kultureinrichtungen auseinanderzusetzen und stellen das Pilotvorhaben vor. Erarbeitete Arbeitsmaterialien werden mit den Teilnehmenden geteilt.
  2. STORYWALK – Erfahrungsberichte
    Drei Pilotmuseen geben Einblicke in ihre Erfahrungen des Pilotprojekts und stellen beispielhafte Handlungsansaetze vor. In einem interaktiven STORYWALK (wahlweise indoor/outdoor) werden konkrete Klimafolgen an drei Poster-Stationen sichtbar. Die Stationen orientieren sich an den zentralen Handlungsfelder Mensch, Gebaeude und Freiraum, Ausstellungsobjekte und Arbeitsprozesse. Jedes Museum praesentiert Fallbeispiele, identifizierte Betroffenheit sowie umgesetzte oder geplante Anpassungsmaßnahmen. Es erfolgt eine moderierte Austauschphase mit dem Publikum. Die Vielfalt der beteiligten Museen, staedtisch wie laendlich, haeufig in denkmalgeschuetzten Gebaeuden verortet, verdeutlicht die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die unterschiedlichen Kontexte der Festivalteilnehmenden.
    Pilotmuseen: Zeppelin Museum Friedrichshafen, Freilichtmuseum Vogtsbauernhof Gutach, Deutsches Fleischermuseum mit Deutschem Bauernkriegsmuseum Boeblingen
    TRY YOURSELF – Arbeitsmaterialien erproben
    Im zweiten Teil ist eine selbststaendige, kollaborative Erprobung des Leitfadens seitens des Publikums geplant. Angeleitet durch adelphi und Fraunhofer IBP erhalten die Teilnehmer*innen ausschnittweise einen Einblick in den erscheinenden Leitfaden und koennen erste Schritte testen. Der interaktive Charakter dieses Workshopteils foerdert die eigenstaendige Auseinandersetzung mit klimabedingten Schaeden und vermittelt eine Schritt-fuer-Schritt-Anleitung.
    EPILOG – Ausblick geben
    Der Abschluss bildet ein moderiertes Gespraech mit den Teilnehmenden ueber ihre Eindruecke und Einladung zur Vorstellung des Leitfadends (2.11.26).
Das Profilbild der Vortragenden
Vera Engelmann

Vera Engelmann ist Senior Consultant für Klimaanpassung bei adelphi. Beim Zentrum KlimaAnpassung (ZKA) im Auftrag des BMUKN berät sie Kommunen und soziale Einrichtungen sowohl zu Anpassungsstrategien als auch Umsetzung von Maßnahmen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Konzeption und Durchführung von Wissens- und Vernetzungsformaten. Zudem begleitet sie ein Pilotprojekt zur Klimafolgenanpassung in Museen im Auftrag der LMBW. Vera Engelmann studierte Raumplanung (B.Sc./M.Sc.) an der Technischen Universität Dortmund mit dem Schwerpunkt Freiraum- und Umweltplanung.

Das Profilbild der Vortragenden
Shahab Sangestan

Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Klassischen Archäologie in Saarbrücken und Tübingen. Volontär und anschließend Kurator bei den Kunstsammlungen und Museen Augsburg (2006-2015). Referent der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen Bayern (2015-2025). Ab 2021 Leiter der Landesstelle für Museen Baden-Württemberg.

Das Profilbild der Vortragenden
Julia Bartsch

Julia Bartsch ist studierte Geografin und bei adelphi im Team zu Klimarisikoanalysen und Anpassung an die Folgen des Klimawandels tätig. Dabei fokussiert sie sich besonders auf die quantitative, datengestützte Analyse von Klimarisiken und entwickelt individuelle Maßnahmen zur Anpassung an Klimafolgen. Bereits im Pilotprojekt der Kulturstiftung des Bundes "Klimaanpassung in Kultureinrichtungen" entwickelte sie Klimarisikoprofile und -anpassungskonzepte gemeinsam mit 20 Kultureinrichtungen.

Das Profilbild der Vortragenden
Sebastian Krück

Sebastian Krück hat Architektur Digitale Denkmaltechnologien studiert. Er ist seit 2024 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IBP im Geschäftsfeld Kulturerbeforschung. Neben der Klimafolgenanpassung von historischem Bestand und Bauten des Kulturbetriebs liegen Schwerpunkte seiner Arbeit auf der hygrothermischen Simulation von Gebäuden und der Auseinandersetzung mit Historic Building Information Modelling.

Das Profilbild der Vortragenden
Frauke Stengel

Frauke Stengel ist Archäologin, Kulturwissenschaftlerin und Kulturmanagerin. Seit 2019 ist sie im Zeppelin Museum Friedrichshafen für das Marketing zuständig. Seit Ihrer Weiterbildung zur Transformationsmanagerin für nachhaltige Kultur fungiert sie dort auch als Nachhaltigkeitsbeauftragte.

Das Profilbild der Vortragenden
Margit Langer

Margit Langer ist seit 2007 Geschäftsführerin und kaufmännische Leiterin des Schwarzwälder Freilichtmuseums Vogtsbauernhof in Gutach. Sie studierte Betriebswirtschaftslehre und Romanistik an der Universität Mannheim.
Berufliche Erfahrungen sammelte sie unter anderem als freie Mitarbeiterin bei der Forschungsgruppe Wahlen in Mannheim, beim SÜDKURIER in Konstanz sowie beim SWR in Stuttgart. Anschließend absolvierte sie ein Volontariat im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit am Historischen Museum der Pfalz in Speyer.
Seit 2005 ist sie im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof tätig, zunächst als Marketingreferentin, bevor sie 2007 die Betriebsleitung übernahm.

Das Profilbild der Vortragenden
Lea Wegner

Lea Wegner studierte Geschichtswissenschaft mit dem Schwerpunkt Geschichtliche Landeskunde sowie Grund- und Archivwissenschaften sowie Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Nach ihrer Beschäftigung als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften übernahm sie 2022 die Leitung des Deutschen Bauernkriegsmuseums Böblingen. Geschichte auf Augenhöhe und nah an den Menschen zu vermitteln, ist ihr seither ein Herzensanliegen in einem Haus, das sich mit dem Bauerkrieg als frühester Massenbewegung unserer Geschichte den gesellschaftspolitischen Phänomenen Mitsprache und Protest widmet.