10.06.2026 –, FUX 3
Der Klimawandel erzwingt tiefgreifende gesellschaftliche Veraenderungen. Innovation kann daher nicht nur betriebsoekologisch auf einzelne Organisationen gedacht, sondern muss ueber deren Systemgrenzen hinweg in den Blick genommen werden. Sozialunternehmen innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft arbeiten meist eng mit lokalen Akteurinnen und Akteuren zusammen. Ihre Verflechtungen mit der (Stadt-)Gesellschaft gewaehren ihnen Einblicke in lokale Beduerfnisse und Dynamiken. Dieses Wissen koennen sie, zusammen mit ihrer aesthetischen Kreativitaet, fuer Transformationen in ihrer lokalen Einflusssphaere nutzen.
Doch wie koennen wir das, was diese Einrichtungen bewirken und veraendern, jenseits betriebsoekologischer Parameter erkennen, beschreiben und nachvollziehen? Haben ihre Aktivitaeten ueberhaupt die gewuenschte gesellschaftliche, organisationell-transformatorische oder oekologische Wirkung?
Die in diesem Workshop vorgestellten und diskutierten Ansaetze zur Wirkungsforschung basieren auf fuenf prototypischen Organisationsmodellen kultureller oeko-Sozialunternehmen in Ungarn, Spanien, Portugal, Frankreich und Deutschland die im Rahmen der EU-Innovation Action EMCCINNO getestet werden. Die untersuchten Kultureinrichtungen verorten ihr Wirkungsspektrum vor allem, indem sie das gesellschaftliche Bewusstsein fuer diese Veraenderungen schaerfen, Konflikte aufzeigen, Dialog- und Aktionsraeume oeffnen, sowie lokale Partizipation befoerdern. Ihre eigene Organisationsform und Produktionsweise werden dabei ebenfalls auf Zukunftsfaehigkeit innerhalb planetarer Grenzen hinterfragt.
Aufbauend auf den konzeptionellen Grundlagen der Donut-oekonomie (Raworth, 2017) sowie der Forschung zu sozialem Unternehmertum (Defourny & Nyssens 2021) stellen wir einen anpassungsfaehigen Analyserahmen vor, um oekologische, organisatorische und soziale Auswirkungen gemeinschaftsorientierter Praktiken, partizipativer Governance und oekologischer Interventionen in oekosozialen Kulturunternehmen zu bewerten.
Die Vielfalt der in EMCCINNO vertretenen Einrichtungen und ihrer erprobten Formate, Routinen und Handlungsansaetze ermoeglicht dabei die Erstellung eines breit-anwendbaren Analyserahmens, der „gruene” und „gerechte” Transformationsprozesse miteinander verbindet, damit gesellschaftlich und organisationelle Resilienz staerkt und qualitative Indikatoren vorschlaegt, um Wirkungen jenseits von KPIs sichtbar und relevant zu machen.
Rebecca Froeses Arbeit konzentriert sich auf organisiertes gesellschaftliches Engagement für sozial-ökologische Transformationen, unter anderem an und mit Kunst- und Kultureinrichtungen. Eingebettet ist ihre Arbeit in größere Fragen von Gerechtigkeit, sozialem Zusammenhalt, Demokratie und Konflikttransformation. Eines ihrer aktuellen Projekte befasst sich mit der Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft zur Stärkung gesellschaftlicher Innovationen für sozial-ökologische Transformationen. Ein anderes Projekt erforscht, wie kreative Methoden reflexive Dialogräume für Konflikttransformation schaffen und Aushandlungsprozesse um Nachhaltigkeit gestalten helfen können.