09.06.2026 –, Garten
Jenes Fortschrittsversprechen, das vielen Generationen zunehmenden (materiellen) Wohlstand versprach, ist an sein Ende gekommen. Der Soziologe A. Reckwitz konstatiert in einer Analyse der Spaetmoderne ueber unsere Zukunft: ‚Wir werden Verluste erlitten haben.‘ Auch aus der Sicht einer dringend noetigen Nachhaltigkeitstransformation ist klar: Wir werden uns von Dingen loesen und verabschieden muessen, seien dies materielle Dinge, liebgewonnene Überzeugungen oder schlicht kulturell eingeuebte Praxen und Gewohnheiten. Das bedeutet, wir tun gut daran, uns im Lassen und Loslassen zu ueben.
Dafuer rufen wir temporaer, fuer die Dauer des Green Culture Festivals 2026, das „Amt fuer Lassen und Loslassen“ aus. Auf diesem Amt kann man waehrend des Festivals den Umgang mit drohenden Verlusten aber auch das Loslassen von Unzeitgemaeßem oder laengst Überfaelligem anzeigen, ueben und bekommt eine offizielle Bescheinigung dafuer.
Dr. phil. Dipl.-Ing. Oliver Parodi leitet als Philosoph, Kulturwissenschaftler und Ingenieur das Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel (KAT) am KIT. Er ist Begründer und Leiter des Reallabors Quartier Zukunft – Labor Stadt (seit 2012) sowie der Karlsruher Schule der Nachhaltigkeit. Inhaltliche Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der transdisziplinären und transformativen Nachhaltigkeitsforschung, speziell in der Reallaborforschung. Herzensangelegenheiten sind im des Weiteren Forschungen zu und für eine Kultur der Nachhaltigkeit sowie die Entwicklung und Etablierung einer „Personalen Nachhaltigkeit“ in Forschung und Lehre.
Annika Fricke ist Nachhaltigkeitswissenschaftlerin & studierte Geoökologin. Sie arbeitet seit 2018 in Forschungsprojekten am Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel (KAT) des KIT. Sie erforscht, erspürt und erkundet die Verbindungen von Resonanz, Nachhaltigkeit und Loslassen als Bestandteile eines Kulturwandels für Nachhaltigkeit.
Eva Wendeberg ist Geoökologin und beschäftigt sich am Karlsruhe Transformation Centre (KAT) am KIT-ITAS mit transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung, transformativer Bildung und Nachhaltigkeitsbewertung. Als Yogalehrerin bringt sie zudem eine persönliche Praxis der Reflexion mit, die gut zum Ansatz des "Loslassens" und einer ganzheitlichen Nachhaltigkeits-Transformation passt.
Pia Laborgne ist Soziologin und Nachhaltigkeitsforscherin am Karlsruher Transformationszentrum für Nachhaltigkeit und Kulturwandel am KIT (KAT)
Wanda Wieczorek ist Kulturwissenschaftlerin und überzeugt davon, dass die Transformation zum nachhaltigen Leben einen tiefgreifenden kulturellen Wandel bedeutet. Dafür setzt sie sich auf allen Ebenen ein - von der Alltagskultur bis zum Kunstbetrieb. Sie hat mehrere Modellprojekte entwickelt und beforscht, um das transformative Potential der Kultur auszuloten: für gerechtere Teilhabe an den Ressourcen der Kulturwelt, für Bildung für nachhaltige Entwicklung durch Kultur und für eine aktiv gesellschaftspolitische Praxis der Kulturvermittlung. Außerdem hat sie an ihrem Wohnort eine Solidarische Landwirtschaft und einen Verein für nachhaltiges Leben mitbegründet, die sich kräftig transformativ in die kommunale Öffentlichkeit einmischen.