Was kommt, was geht und was bleibt im Kreislauf?
09.06.2026 , FUX 1

Was kommt, was geht, was bleibt und wie bekommen wir es in den Kreislauf? Impulse fuer eine gelungene Kreislaufwirtschaft in Leipzig und Dresden.
Kreislaufwirtschaft ist ein branchenuebergreifendes Querschnittsthema und verknuepft oekonomische und oekologische Chancen. Der zentrale Gedanke besteht darin, Materialien moeglichst lange im Nutzerkreislauf zu halten, Ressourcen effizient zu verwenden, Abfaelle zu vermeiden und Umweltbelastungen durch neue Rohstoffe zu reduzieren.
Eine zentrale Herausforderung in der Umsetzung von Kreislaufwirtschaft liegt in der ganzheitlichen Betrachtung des Lebenszyklus eines Produktes, angefangen beim Produktdesign ueber die Produktion und Nutzung bis hin zur Erfassung der Produkte am Lebensende und die Rueckfuehrung einzelner Materialien in den Kreislauf. Dies erfordert enge Kooperation und Kommunikation entlang der gesamten Wertschoepfungskette.
Auch fuer die Leipziger und Dresdner Kulturbetriebe spielt Kreislaufwirtschaft eine zentrale Rolle. So nutzen die Kulturbetriebe fuer Auffuehrungen und Produktionen vielfaeltige Materialien zur Erstellung von Buehnenbildern, Kostuemen und Requisiten. Aber auch Ausstellungsequipment und Versatzstuecke sowie Kataloge, Plakate, Programmhefte und Flyer gehoeren zum alltaeglichen Gebrauch.
Die Materialien bzw. deren einzelne Bestandteile werden entweder in den entsprechenden Raeumlichkeiten (Fundus, Lager etc.) aufbewahrt, in den Werkstaetten fuer eine weitere Nutzung aufbereitet oder an andere staedtische Kultureinrichtungen zur (Wieder-)Verwendung weitergegeben.
Lokale Materialinitiativen wie bspw. Zuendstoffe, NYTT Materialdepot, Trash Galore, KrimzKrams und Materialbuffet unterstuetzen diese Praxis, in dem sie Materialien sammeln, aufbereiten, re-/upcyclen oder umgestalten und lokal sowie bundesweit vermitteln.
Trotz bestehender Strukturen zeigen sich nach wie vor Herausforderungen, darunter: eine fehlende Digitalisierung von Bestaenden, unklare Materialinformationen, technische und rechtliche Unsicherheiten (z. B. Haftung und Urheberrecht). Um sich diesen Herausforderungen zu stellen, haben beide Kommunen – einzeln und im Schulterschluss – in den vergangenen Jahren zentrale Projekte initiiert, um nachhaltige Materialnutzung zu foerdern.
Zu nennen sind u.a.:

  • Veranstaltungsreihe „Kreislaufwirtschaft in Kulturbetrieben“
  • Entwicklung einer Checkliste mit rechtlichen Kriterien fuer die Weitergabe/Schenkung von Materialien
  • Projekt „Leipziger Theaterwerkstaetten der Zukunft“ (gefoerdert durch die KSB)
  • Bedarfsabfrage in beiden Kommunen zu Status Quo, Voraussetzungen und Rahmenbedingungen in den Kultureinrichtungen
    Im Rahmen des Programmpunkts sollen die genannten Projekte praesentiert und gemeinsam mit den Teilnehmer/-innen weitere Ansaetze entwickelt werden, um Kreislaufwirtschaft als Kulturpraxis zu verankern - in Leipzig und Dresden und darueber hinaus.
    Zielgruppe 1: Interessierte Kulturakteurinnen, Mitarbeitende in Kultureinrichtungen, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Kultureinrichtungen
    Zielgruppe 2: Kulturverwaltungen, Vertreter
    innen Kommunen

Dr. Andrea Hensel ist Fachreferentin für Transformation und Nachhaltigkeit im Referat Strategische Kulturpolitik der Stadt Leipzig und begleitet federführend die städtischen Projekte zu ökologischer Nachhaltigkeit im Kulturbetrieb.

Sophia Kontos ist im Amt für Kultur und Denkmalschutz Dresden tätig. Ihre Leidenschaft gilt Projekten an der Schnittstelle von Nachhaltigkeit, Kulturförderung und Kreativwirtschaft.